Schreie und Flüstern
Ingmar Bergman Edition

Ein schwedischer Landsitz gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Karin und Maria sitzen zusammen mit der Magd Anna am Sterbebett ihrer krebskranken Schwester Agnes. Angesichts ihres Todes erhebt sich die Frage nach dem Sinn der Existenz, die bei den vier Frauen von Einsamkeit, Enttäuschung, Hass und Versagen überschattet wird.
Mit Harriet Andersson, Kari Sylwan, Ingrid Thulin, Liv Ullmann, Erland Josephson; Regie: Ingmar Bergman
Kritiken
In den USA war die Aufnahme des Films durch die Kritik recht positiv. Roger Ebert schrieb etwa, der Film sei „hypnotisch, verstörend, angsterregend“, die Vision eines Filmemachers, „der ein absoluter Meister seiner Kunst ist“. Der Film habe „keine abstrakte Botschaft“, sondern kommuniziere „auf einer Ebene des menschlichen Gefühls, das so tief ist, dass wir uns davor fürchten, für die vorgefundenen Dinge Worte zu finden.“
Variety schrieb, Bergmans „dunkle Vision“ fokussiere sich auf „Individuen, die einer echten Kommunikation zwischen Menschen nur auf der primitivsten Ebene fähig sind.“ Bergmans „dürrer Stil“ und „seine Verwendung von lange verweilenden Nahaufnahmen“ gäben dem Film „hypnotische Eindrücklichkeit.“
Pauline Kael urteilte, der Film baue auf einer „Serie emotional aufgeladener Bilder“ auf, die „innere Spannung“ ausdrückten. Nykvists Fotografie erinnere mit ihren blutroten Hintergründen an den Stil Edvard Munchs. Vincent Canby beurteilte den Film als „wundervoll, bewegend und sehr mysteriös“. Es sei weder einfach, ihn zu beschreiben, noch ihn auszuhalten.
Die europäische Filmkritik war in ihrer Meinung über den Film gespalten. Eine der positiven Stimmen kam von François Truffaut, der in seiner Filmkritik 1973 in den Cahiers du cinéma anmerkte, der Film beginne wie "Drei Schwestern" von Tschechow, ende wie "Der Kirschgarten", und dazwischen sei „sehr viel Strindberg“. Der Film sei ein „Meisterwerk“ und versöhne Bergman „mit dem großen Publikum, das ihn seit seinem letzten Film "Das Schweigen" ignoriert hat.“
Andere Kritiker bemängelten Bergmans, so Golombek, „Manierismus“, die „aufgesetzt und gestelzt“ wirkende Farbdramaturgie und die „ästhetische Verfeinerung um ihrer selbst willen“, wie Lange-Fuchs anmerkt. In Schweden zog der Film einige kritische Bemerkungen auf sich, er sei zu unpolitisch und unhistorisch. Die kommunistische Zeitung Gnistan kritisierte den Warencharakter des Films und schrieb, er sei „ein weltweit vermarktbares Produkt“ wie Volvo oder schwedischer Wodka. Bergman sei „wahrhaft reaktionär“, indem er keine politisch bewussten Filme mache, sondern „Kunst für seine Regisseurkollegen und solche Leute“.
Bergman selbst war mit dem Film sehr zufrieden. Er nannte ihn sein „Sonntagskind“, da für ihn bezüglich Besetzung und Verlauf der Dreharbeiten keine Wünsche offen geblieben waren. Schreie und Flüstern sei ein „guter Film“, auf den er stolz sei. In seiner Autobiografie merkt Bergman an: „Einige wenige Male ist es mir gelungen, mich ungehindert zwischen Traum und Wirklichkeit zu bewegen.“
Auszeichnungen
Filmfestival von Cannes 1973
Großer Preis der Technik.
Oscarverleihung 1974
nominiert für fünf Oscars, für Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kostüme, Beste Kamera und, für einen fremdsprachigen Film sehr überraschend, auch für den Besten Film. Ausgezeichnet wurde aber nur Nykvist in der Kategorie Beste Kamera für seine Arbeit als lichtsetzender Kameramann.
Neben zahlreichen weiteren Nominierungen und Auszeichnungen auf internationalen Festivals und durch Kritikerverbände seien der Gewinn des schwedischen Guldbagge 1973, der Preise des National Board of Review 1973 für die Beste Regie und den Besten fremdsprachigen Film, der Preise der National Society of Film Critics 1973 für die Beste Kamera und das Beste Drehbuch und der Preise des New York Film Critics Circle 1973 für die Beste Schauspielerin (Liv Ulmann), Beste Regie, Bester Film und Bestes Drehbuch erwähnt. Insgesamt gewann der Film 20 internationale Auszeichnungen.
Daten
Schweden 1972
Laufzeit: 88 Minuten
freigegeben: ab 12 Jahren
Bild: 16:9 (1.66:1) Farbe
Ton/Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Schwedisch (Dolby Digital 1.0
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial
Produktionsnotizen; Biogafie Ingmar Bergman; Trailer;
System
DVD
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Zustand
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