'About Schmidt

Warren Schmidt ist an einem Wendepunkt seines Lebens angekommen. Frisch pensioniert, hat er mit seiner Frau Helen große Pläne. Sie wollen gemeinsam Amerika im Wohnmobil bereisen. Aber ein schwerer Schicksalsschlag ändert alles. Nun ist Schmidt wild entschlossen, die Hochzeit seiner einzigen Tochter Jeannie mit einem erfolglosen Wasserbett-Verkäufer zu verhindern. Vom Treffen der exzentrischen Familien des Bräutigams bis zur neuen Patenschaft für einen Waisenjungen aus Tansania - Schmidt ist auf einer Mission....und geht verloren auf der Straße der Selbstkenntnis.
Mit Jack Nicholson, Hope Davis, June Squibb, Kathy Bates, Dermot Mulroney, Howard Hesseman, Harry Groener; Regie: Alexander Payne
Kritiken
Tobias Kniebe schrieb in der Süddeutschen Zeitung: „Es wird also um diesen Mann gehen: ‚About Schmidt‘. Das könnte komisch werden, was der Regisseur Alexander Payne zum Beispiel dadurch suggeriert, wie Schmidt die letzten Sekunden absitzt. Es könnte tragisch werden, alles grau in grau, endlos erstreckt sich der Mittlere Westen, und mittendrin ein kleiner Mann – klein im umfassendsten menschlichen Sinn. Ein Regisseur und ein Superstar, die sich noch einmal über die amerikanische Provinz lustig machen? Braucht kein Mensch. Ein Nachwuchs-Arthur-Miller, der noch einmal eine Maus im Laufrad des Kapitalismus zeigt, zu Tode gehetzt von den Lügen des amerikanischen Traums? Auch nicht so spannend. So bangt man in den nächsten Szenen, schon restlos von Nicholson fasziniert, in welche Richtung der Film sich entwickeln wird. Und wunderbarer Weise hält Alexander Payne seine Absichten magisch in der Schwebe, er wird ultrakomisch sein und unendlich traurig – aber auch das ganz unauffällig.“
Michael Haberlander schrieb auf artechock.de: „About Schmidt ist ein sehr untypischer, zutiefst menschlicher (allerdings im Sinne von realistisch und nicht von human), meist amüsanter und stellenweise tragischer Film. Es ist erfreulich, einmal nicht nur junge, gesunde, erfolgreiche und clevere Menschen zu sehen oder das Klischee des jung gebliebenen, weisen, aktiven und wohlhabenden »älteren Mitbürgers« vorgesetzt zu bekommen. […] In vielerlei Hinsicht ist About Schmidt auch ein sehr mutiger Film. Nicht nur weil er sich des Standards der Schönen und Erfolgreichen verweigert, sondern vor allem auch deshalb, weil er bis zum Schluß eine derart negative und hoffnungslose Stimmung zeigt, wie man sie sonst eigentlich nur aus dem sozialkritischen Kino Englands kennt, mit dem entscheidenden Unterschied aber, dass hier die Schuld für die vorliegende Misere nicht bei dem »System«, der Politik oder der Gesellschaft, sondern bei den (Mit)Menschen gesucht und gefunden wird.“
Harald Fricke schrieb in Die Tageszeitung: „Payne lässt Nicholson viel Raum, damit diese Verwandlung nicht bloß wieder zu einer Parodie auf das Scheitern des american way of life gerät. Vielleicht zu viel, wenn man bedenkt, dass Cathy Bates als Mutter des künftigen Schmidt-Schwiegersohnes in wenigen Minuten rasant durchspielen muss, wie sich ein Ex-Hippie-Chick aus der Woodstock-Ära heute so fühlen muss zwischen Naturkost, gebatikter Selbstverwirklichung und Alterssex im Whirlpool. Nicholson dagegen hat in ‚About Schmidt‘ alle Zeit der Welt, wenn er einsam in seinem Winnebago auf einen letzten Roadtrip geht oder regungslos mit ansieht, wie seine Versicherungsakten – die Bilanz eines Arbeitslebens – nach vollzogener Pensionierung auf den Sperrmüll wandern. Dass er nicht weiß, was er aus solchen Momenten lernen soll, ist wiederum eine der tief traurigen Einsichten, die Paynes Verfilmung und Begleys Buch miteinander teilen. Er könnte brüllen, sogar heulen, doch Nicholson bleibt stumm bis zum Schluss. Erst in der allerletzten Filmminute löst sich die innere Umkrampfung.“
Auszeichnungen
Oscarverleihung 2003:
Nominierung Bester Hauptdarsteller (Jack Nicholson)
Nominierung Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates)
Golden Globe Awards 2003:
Gewinner Bester Hauptdarsteller – Drama (Jack Nicholson)
Gewinner Bestes Filmdrehbuch (Alexander Payne und Jim Taylor)
Nominierung Bester Film – Drama
Nominierung Beste Regie (Alexander Payne)
Nominierung Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates)
23. London Critics’ Circle Film Award 2003
Gewinner Bester Film 2002
Deutscher Preis für Synchron 2003:
Gewinner in der Kategorie „herausragende männliche Synchronarbeit“ (Joachim Kerzel)
Nominierung in der Kategorie „herausragende weibliche Synchronarbeit“ (Regina Lemnitz) und „herausragende Synchron-Regie“ (Joachim Tennstedt)
Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll.
Daten
USA 2002
Laufzeit: 120 Minuten
freigegeben: ab 6 Jahren
Bild: 16:9 (1,85:1) Farbe
Ton/Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial
Nicht veröffentlichte Szenen; Die Woodmen Tower Kurzfime; USA Kinotrailer
System
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