Der Pate I - III
DVD-Collection [4 DVDs]

"Ein gewaltiger Gangsterfilm, der zeitgenössische Probleme der USA transparent macht und in reißerischer Verpackung als perfekte Unterhaltung anbietet. Im Mittelpunkt das System der Mafia, repräsentiert in der Geschichte eines Familienclans, dessen Haupt Don Corleone gleichsam zwei Tode sterben wird: den blutig-spektakulären als Gangsterboß und den privaten im sentimental getönten Familienidyll. Der überlange Film ist nicht ohne detaillierte Grausamkeit, wird aber vornehmlich sehenswert wegen des brillanten Spiels der Hauptdarsteller und interessiert auch als Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen. - Ab 16."
Kath. FILMDIENST
Mitwirkende: Marlon Brando, Al Pacino, Diane Keaton, James Caan, Robert Duvall, Richard S. Castellano;
Regie: Francis Ford Coppola
Kritiken
Die Filmkritikerin Pauline Kael lobte die Spannung, „die in den Treffen bei der Düsternis der Unterwelt liegt; man bekommt den Eindruck, dass dieses geheime Leben seine eigene Poesie der Angst hat, für die Männer (und vielleicht auch für die ausgeschlossenen Frauen) wirklicher als die lichtdurchflutete Welt draußen“.
Fernsehjournalist Dagobert Lindlau bezeichnete den Film in seinem Buch Der Mob dagegen als „kalkulierten Schwindel“. Die im Film gezeigten Figuren hätten keine Ähnlichkeiten zu Mafiosi wie Sam DeCavalcante, dem Lindlau laut eigener Aussage als junger Reporter begegnet war. Eigentliches Thema des Films seien nicht „organisiertes Verbrechen“ sondern „familiärer Stolz und persönliche Ehre“.
Dadurch habe der Film auf Mitglieder der Mafia – nach Aussage eines Polizisten vor einem US-Senatsausschuss 1981 – „eine starke Wirkung gehabt“. Lindlau führte weiter aus: „Sie wollten so sein wie im Film“. Der Film habe der Mafia nicht gezeigt, „wie man Leute umbringt und Geld erpresst …. Aber sie haben gelernt, wie man beides glorifiziert. Der Film könnte aus dem Werbeetat der Cosa Nostra finanziert sein“.
Auch das Publikum zeigt sich begeistert. So setzten die IMDb-Nutzer den Paten von 1998 bis 2008 auf Platz 1 ihrer 250 beliebtesten Filme.
Auszeichnungen
Oscarverleihung 1973
Der Film wurde 1973 mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet. Marlon Brando sollte für seine Rolle den Oscar als bester Schauspieler erhalten, verweigerte allerdings die Annahme aus Protest gegen die Behandlung der Indigenen in den USA. An seiner Stelle verlas die indigene Aktivistin Sacheen Littlefeather bei der Oscarverleihung eine Solidaritätserklärung Brandos mit dem American Indian Movement. Letztlich wurde dieser Oscar Brando trotzdem zuerkannt.
Der dritte Oscar ging an Mario Puzo und Francis Ford Coppola für das beste adaptierte Drehbuch. Außerdem erhielt der Film acht weitere Nominierungen; die von Nino Rota für die beste Filmmusik wurde zurückgezogen, weil das Love-Thema schon bei der italienischen Komödie Fortunella (1958) benutzt worden war.
Die Oscars in der Übersicht:
Oscar für den Besten Film an Albert S. Ruddy
Oscar für den Besten Hauptdarsteller an Marlon Brando (abgelehnt)
Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch an Mario Puzo und Francis Ford Coppola
Weiterhin
Nominiert für die Beste Regie: Francis Ford Coppola
Nominiert für den Besten Nebendarsteller: Al Pacino
Nominiert für den Besten Nebendarsteller: James Caan
Nominiert für den Besten Nebendarsteller: Robert Duvall
Nominiert für den Besten Schnitt: William H. Reynolds und Peter Zinner
Nominiert für den Besten Ton: Charles Grenzbach, Richard Portman und Christopher Newman
Nominiert für das Beste Kostüm: Anna Hill Johnstone
Nominiert für die Beste Filmmusik: Nino Rota (teils zurückgezogen)
Golden Globe Awards 1973
Bei der Verleihung der Golden Globes 1973 war der Film fünf Mal erfolgreich:
Globe für das Beste Filmdrama
Globe für die Beste Regie an Francis Ford Coppola
Globe für das Beste Drehbuch an Mario Puzo und Francis Ford Coppola
Globe für den Besten Hauptdarsteller (Drama) an Marlon Brando
Globe für die Beste Filmmusik an Nino Rota
Weiterhin
Nominiert für den Besten Hauptdarsteller (Drama) (Al Pacino)
Nominiert für den Besten Nebendarsteller (James Caan)
British Academy Film Awards 1973
Der Pate gewann einen britischen Filmpreis (BAFTA) und war für vier weitere nominiert:
BAFTA für die Beste Filmmusik an Nino Rota
Weiterhin
Nominiert für den Besten Hauptdarsteller (Marlon Brando)
Nominiert für die Besten Kostüme (Anna Hill Johnstone)
Nominiert für den Besten Nebendarsteller (Robert Duvall)
Nominiert für den Besten Nachwuchsdarsteller (Al Pacino)
Sonstige Auszeichnungen
David di Donatello als bester ausländischer Film; Al Pacino erhielt einen Sonderpreis als bester Darsteller.
1973 gewann Nino Rota einen Grammy Award für die beste Filmmusik.
In den vom American Film Institute herausgegebenen Listen der „100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten“ ist Der Pate zweimal auf Spitzenpositionen platziert: In der Ausgabe 1998 auf Position 3 und in der Ausgabe 2007 auf Platz 2.
In der Liste der „100 besten amerikanischen Thriller aller Zeiten“ rangiert Coppolas Werk auf Position 11.
Vertreten ist dieser Film auch auf der von diesem Institut herausgegebenen Liste der „100 besten Filmzitate“. „I’m going to make him an offer he can’t refuse.“ („Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“) steht dort auf Platz 2.
In der 2008 veröffentlichten Liste der „10 bedeutendsten Filme in 10 klassischen Genres“ belegte Coppolas Regiearbeit im Genre der Gangsterfilme den 1. Platz.
Die Filmmusik von Nino Rota und Carmine Coppola schaffte es auf Platz 5 der vom American Film Institute herausgegebenen Liste der „25 größten Filmmusiken aus 100 Jahren“.
Als „besonders erhaltenswerte Produktion“ wurde der Film 1990 in das National Film Registry der USA aufgenommen.
Daten
USA 1972
Laufzeit: 168 + 192 + 192 +163 Min.
freigegeben: ab 16 Jahren
Bild: 16:9 (1,78:1) Farbe
Ton/Sprachen: Deutsch (Mono), Englisch (5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
System
DVD
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